Blackout – der längerfristige Stromausfall

Während ein normaler Stromausfall auf eine Wohnung, ein Haus oder eine Nachbarschaft begrenzt ist, hat ein Blackout größere Dimensionen.

Unter einem Blackout versteht man eine längerdauernde und über große Gebiete verteilte Großstörung, bei der das überregionale Übertragungsnetz zusammenbricht. Das heißt, es sind nicht nur die letzten Meter vom Transformator zum eigenen Haus betroffen, sondern auch Hochspannungsleitungen und weitere Netzinfrastruktur. Die Auswirkungen können dabei weitreichend sein, sind aber im Vorfeld nur schwer abschätzbar. Es können mehrere Regionen oder sogar mehrere Staaten betroffen sein.

Ein solches Szenario passiert ohne Vorwarnung und kann weitreichende Folgen haben. Umso wichtiger ist es, sich auf einen möglichen Blackout vorzubereiten.

Woran erkenne ich ein Blackout?

  1. In meiner gesamten Umgebung/Nachbarschaft fließt kein Strom
  2. Handy- und/oder Festnetz fallen aus
  3. Im Radio wird von einem Blackout berichtet

Wann ist es kein Blackout?

  • Stromausfall nur in meiner Wohnung, meinem Haus oder meinem Viertel
  • Kommunikationsmittel (Telefon, Internet) funktionieren
  • Ich empfange alle Radiosender, es wird nichts Besonderes berichtet
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Welche Ursachen kann ein Blackout haben kann

Ein Blackout kann unterschiedliche Gründe haben: technisches oder menschliches Versagen, Unfälle oder Sabotage.

Unser Stromnetz kann auch als die größte Maschine der Welt bezeichnet werden. Milliarden von Geräten verbrauchen Strom, der über viele Kilometer transportiert wird. Je größer ein System ist, umso fehleranfälliger ist es auch.

Es muss immer genau so viel Strom produziert werden, wie gerade verbraucht wird. Ist der Unterschied zwischen Erzeugung und Verbrauch zu groß, kann das Netz zusammenbrechen. Unser Netz wird deshalb rund um die Uhr überwacht und automatisch werden Generatoren bei Bedarf zugeschaltet oder vom Netz genommen.

Unsere Netzbetreiber sorgen für Probleme vor und halten Notfallpläne bereit. Dennoch kann nie ausgeschlossen werden, dass es zu einem größeren Zusammenbruch und schlussendlich zu einem Blackout kommt.

Je nach Region und Dauer können die Auswirkungen unterschiedlich sein.

Welche Auswirkungen kann ein Blackout haben?

Telefon- und Internetverbindungen benötigen Strom, um zu funktionieren. Kurze Stromausfälle werden in Funkmasten mit Batterien überbrückt. Fehlt der Strom über längere Zeit funktionieren auch diese nicht mehr.

In Städten kann es durch den Ausfall von Ampelanlagen, Straßen- und U-Bahnen zu einem Verkehrschaos kommen. Züge können nicht mehr fahren. Straßentunnel können aus Sicherheitsgründen (fehlende Beleuchtung, Belüftung & Überwachung) durch die Behörden gesperrt werden.

Moderne Logistik setzt auf ausgeklügelte Computersysteme. Waren können bei einem Blackout nicht mehr geordert und verteilt werden. Es gibt keine Kommunikation mehr zwischen Lieferanten und Abnehmern.
Durch einen Ausfall der Logistik kann es zu einer Verknappung von Lebensmitteln & Gütern kommen. Kühlhäuser können nicht länger betrieben werden.

Fehlende Logistik kann die Versorgung mit Medikamenten erschweren. Es kann zu Problem bei Arzneimitteln kommen, die gekühlt werden müssen. Insbesondere Patienten mit Dauermedikation können davon betroffen sein.

Krankenhäuser haben in der Regel eine Notstromversorgung. In Notfällen kann es ohne Telefon allerdings schwierig werden, Einsatzkräfte zu alarmieren.

Je nach Art der Einrichtung kann es zu einem Ausfall der Wasserversorgung oder Abwasserentsorgung kommen. Wird Wasser nicht durch Gefälle, sondern durch Pumpen in die Haushalte gebracht, ist eine Notstromversorgung für diese Geräte notwendig. Ähnliches gilt für Einrichtungen der Abwasserentsorgung wie beispielsweise Hebeanlagen.

Viele Heizgeräte benötigen Strom und sind von einem Blackout genauso betroffen, wie der übrige Haushalt.
Der Zahlungsverkehr funktioniert ohne Strom nicht. Ohne Internet ist auch keine Kartenzahlung möglich. Es kann nur mehr mit Bargeld gezahlt werden.
Ohne Strom kommen Produktionsketten zum Erliegen. Es fehlt an Energie für Maschinen und viele Erwerbstätige können nicht zu ihrem Arbeitsplatz gelangen.

Wie kann ich mich auf einen Blackout vorbereiten?

Bereiten Sie sich auf dieselbe Weise wie auf ein anderes Krisenszenario vor:

  • Sorgen Sie für eine Lebensmittel- und Wasservorrat für mindestens 10-14 Tage.
  • Informieren Sie sich, welche Vorkehrungen in Ihrer Gemeinde getroffen wurden (z.B. Wasserversorgung, Ansprechstellen im Krisenfall).
  • Halten Sie ein Batterie- oder Kurbelradio bereit.
  • Sorgen Sie für ausreichend Leuchtmittel in Ihrem Haushalt (wie empfehlen LED-Lichter statt Kerzen – keine Brandgefahr).
  • Sorgen Sie für eine Möglichkeit auch ohne Strom zu kochen (z.B. Gaskochplatte, Notkochstelle mit Brennpaste, Grill etc.).
  • Stellen Sie Überlegungen an, ob Sie Vorkehrungen für Notstrom benötigen (z.B. landwirtschaftlicher Betrieb).
  • Besprechen Sie Ihre Pläne mit Ihrem Haushalt, Ihrer Familie und Ihren Nachbarn.

Zusätzlich:

  • Sprechen Sie in Ihrer Arbeit darüber, ob Sie bei einem Blackout gebraucht werden oder zu Hause bleiben können.

Weitere Informationen finden Sie auf der Themenseite Krisenfester Haushalt

Illustriertes Haus mit muskulösen Armen
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Was sollte ich während eines Blackouts tun?

Erste Schritte

  • Bewahren Sie Ruhe!
  • Kontrollieren Sie, ob nur Ihr Haus/Ihre Nachbarschaft betroffen ist. Sollten Sie Beleuchtung sehen, handelt es sich wahrscheinlich um kein Blackout.
  • Rufen Sie keine Notrufnummern an, außer es handelt sich um einen lebenswichtigen Notfall.
  • Schalten Sie Ihr Batterie-, Kurbel- oder Autoradio ein und warten Sie auf Meldungen.
  • Informieren Sie Ihre Familienmitglieder (vorzugsweise per SMS).

Im Haushalt

  • Schalten oder stecken Sie alle Geräte ab, die beim Eintritt des Blackout in Betrieb waren. Das erleichtert das Wiederherstellen des Netzes. Lassen Sie eine Lampe eingeschalten, um das Ende der Situation zu erkennen. Alternativ: Nehmen Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung als Ganzes vom Netz.
  • Überprüfen Sie Ihre Wasservorräte und füllen Sie diese gegebenenfalls auf.
  • Halten Sie Taschenlampen und andere Lichtquellen sowie eine Notkochstelle bereit.
  • Beseitigen Sie mögliche Stolperfallen in Ihrer Wohnung.
  • Kontrollieren Sie Ihren Medikamentenvorrat. Überprüfen Sie, wie lange notwendige Mittel ausreichen und wie diese gelagert werden müssen.
  • Bleiben Sie zu Hause, außer Sie werden benötigt (Infrastruktur, Einsatzorganisationen).
  • Halten Sie Tiefkühlgeräte im Auge und achten Sie auf eventuell auslaufende Flüssigkeiten. Öffnen Sie alle Kühlgeräte so wenig wie möglich.
  • Verbrauchen Sie verderbliche Lebensmittel.
  • Vermeiden Sie Abfälle. Sammeln Sie anfallende Abfälle in Säcken.
  • Richten Sie eine Ersatztoilette ein, wenn die Wasser- oder Abwasserversorgung nicht möglich sein sollte. Verwenden Sie beispielsweise Notfall-Toilettenbeutel. Überprüfen Sie die Rückstauklappen im Falle einer vorhandenen privaten Abwasser-Hebeanlage.
  • Vermeiden Sie Abfälle. Sammeln Sie anfallende Abfälle in Säcken.
  • Möglicherweise müssen Tiere speziell betreut werden. Kontrollieren Sie etwa die Wärme- und Sauerstoffzufuhr bei Ihrem Aquarium.

In der Gemeinschaft

  • Vermeiden Sie unnötige Autofahrten und gehen Sie sorgsam mit Treibstoff um.
  • Kontrollieren Sie – falls vorhanden – den Aufzug Ihres Hauses auf festsitzende Personen
  • Bleiben Sie mit Ihren Nachbarn in Kontakt und überlegen Sie sich gemeinsame, nächste Schritte auf Basis der Empfehlungen der Behörden.
  • Überprüfen Sie, ob es Menschen in Ihrer Umgebung gibt, die Hilfe benötigen (z.B. pflegebedürftige oder kranke Menschen, zu denen kein Pflegedienst oder Essen-auf-Rädern mehr kommt.)

Ein Blackout kann mehrere Tage dauern oder bereits nach wenigen Stunden wieder vorbei sein.

Was ist nach einem Blackout zu tun?

Maßnahmen nach einem Blackout

  • Überprüfen Sie, ob zuletzt eingeschaltete Geräte ausgeschalten sind (Herd, Bügeleisen, Fön etc.)
  • Schalten Sie nur Geräte ein, die Sie unbedingt benötigen.
  • Überprüfen Sie wichtige Geräte auf ihre Funktionalität.
  • Vermeiden Sie weiterhin nicht wichtige Anrufe.
  • Bleiben Sie zu Hause, außer es ist anderes notwendig.
  • Gehen Sie weiterhin vorsichtig mit Ihren Ressourcen um.
  • Helfen Sie in Ihrer Nachbarschaft, wenn erforderlich.

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